Häufig gestellte Fragen
Wie sollte ein Fertigungsunternehmen auf einen Cybersicherheitsvorfall im Bereich der Betriebstechnik (OT) reagieren?
Im Gegensatz zu IT-Vorfällen muss bei einer OT-Reaktion die physische Sicherheit Vorrang vor der Eindämmung des Netzwerks haben. Bringen Sie die Produktionsprozesse mithilfe vorgefertigter Notabschaltsequenzen in einen sicheren Zustand, bevor Sie Netzwerkverbindungen unterbrechen, da das Abbrechen eines laufenden Prozesses außerhalb der vorgesehenen Abschaltsequenz zu Schäden an den Anlagen oder zu Sicherheitsrisiken führen kann. Stellen Sie anschließend den Betrieb in einer isolierten Staging-Umgebung wieder her und überprüfen Sie jede wiederhergestellte SPS-Konfiguration anhand kryptografisch signierter Baseline-Daten, bevor eine Steuerung erneut physische Anlagen ansteuert. Schalten Sie die Produktion Zelle für Zelle wieder ein und übergeben Sie die Steuerung erst dann an das Bedienpersonal, wenn die sicherheitsgerichteten Systeme ihre Selbsttests abgeschlossen haben.
Werden die Systeme in der Fertigung in Zukunft stärker mit IT-Netzwerken vernetzt sein?
Ja, und die meisten Werke sind bereits so eingerichtet. Im Rahmen von Industrie 4.0 wurden SPSen und SCADA-Systeme mit den ERP-Plattformen des Unternehmens, Cloud-Analyse-Pipelines und Fernzugriffstools von Anbietern vernetzt, da die damit verbundenen Effizienzgewinne im Betrieb real und messbar sind. Edge-Computing treibt diese Entwicklung weiter voran, indem es die Datenverarbeitung direkt in die Fertigung verlagert und neue Netzwerkpfade zwischen OT-Geräten und der externen Infrastruktur schafft. Eine SPS, die vor fünf Jahren noch durch ein „Air Gap“ isoliert war, befindet sich heute in einem Netzwerk mit Internetanbindung. Das bedeutet, dass jahrzehntealte Steuerungen, die nie unter Berücksichtigung von Cybersicherheit konzipiert wurden, für dieselben Angreifer erreichbar sind, die es auf die Unternehmens-IT abgesehen haben.
Sind industrielle Steuerungssysteme noch vollständig von externen Netzwerken isoliert?
Selten. Ein echtes „Air Gap“ ist mittlerweile die Ausnahme. Anlagen verbinden OT mit der Unternehmens-IT, Cloud-Plattformen und Fernzugriffslösungen von Anbietern, da diese Verbindungen den Betrieb effizienter machen. SolarWinds hat gezeigt, wie ein „Air-Gap“ sein Ziel verfehlen kann, wenn er nicht korrekt umgesetzt wird, da in diesem Fall eine Kompromittierung der Software im Rechenzentrum dennoch in die Anlagennetzwerke vordringen konnte. Ein echter „Air-Gap“ wird jedoch oft als Best Practice angesehen, wenn er als Kontrollmaßnahme für bestimmte Ressourcen eingesetzt wird – beispielsweise für Bänder, die aus einer Bibliothek entnommen wurden –, und nicht als eine Eigenschaft, über die das Anlagennetzwerk weiterhin verfügt. Bacula hebt sich durch seine fortschrittlichen Band- und echten Air-Gapping-Lösungen deutlich von der Konkurrenz ab – gerade zu einer Zeit, in der diese in sicherheitsbewussten Organisationen eine Art Renaissance erleben.
Muss ich jede OT-Komponente absichern oder nur diejenigen mit dem höchsten Risiko, und wie identifiziere ich, welche das sind?
Jedes System, jedoch nicht mit denselben Kontrollmaßnahmen. Ein einheitliches SL4 verschwendet Ressourcen in Zonen mit geringen Folgen, während ein einheitliches SL1 die gefährlichen Zonen unzureichend schützt. Beginnen Sie mit einer Bestandsaufnahme, denn ein undokumentiertes System wird niemals bewertet. Gruppieren Sie anschließend die Systeme in Zonen und bewerten Sie jede nach ihren Folgen: Was fällt physisch aus, ob jemand zu Schaden kommt und wie lange die Anlage ohne das System weiterläuft. Ein Turbinenventil und ein Bürodrucker befinden sich an entgegengesetzten Enden dieser Skala.
Schützt Bacula Enterprise OT-Umgebungen?
Ja. Bacula Enterprise schützt sowohl OT- als auch IT-Umgebungen auf einer einzigen Plattform. Seine aus fünf Komponenten bestehende Architektur erstreckt sich über die Zonengrenzen gemäß IEC 62443 hinweg und kann sowohl den Live-Historian als auch Datenbanken über native Plugins sichern, ohne das System anzuhalten.